Reisebericht vom Frühjahrstreffen der Rotarischen Vagabunden

im Moorcamp in Warmsen vom  2.Juni bis 7.Juni 2020

aufgeschrieben von Ingrid Weyel

 

 

 

Ein Danke an Familie Nobbe.

Wir sind immer wieder gerne auf diesem wunderschönen Campingplatz im Moorgebiet
.

Dienstag:  2.Juni 2020

 

Wir, Klaus und ich, zuckeln langsam über die Autobahn. Bemerkt haben wir, dass wieder mehr Wohnmobile und Wohnwagen unterwegs sind. Dank der angegebenen Koordinaten treffen wir ohne Mühe im Moorcamp ein. Welch eine Idylle! Es empfangen uns bei wunder-schönem Wetter unterschiedliche Vogelstimmen, quakende Frösche aus der Ferne, aber kein Ulrich Nobbe. Nun ja, Klaus ist hungrig, das Hirschsteak brät in der Pfanne und Ulrich, just im Moorcamp angekommen und vom Fleischgeruch angezogen, heißt uns nun herzlich willkommen.

 

Nachmittags werden wir im Freien unter dem Kuppelzelt von Ulrich und der „guten Seele“ des Platzes, der uns allen bekannte Ulrike, mit Kaffee und köstlichem Butterkuchen emp-fangen. Wer wollte, konnte Ulrikes mundigen Früchtesaft ( ohne Alkohol ) schnabulieren. Als dann gegen 17:00 h für heute alle anwesend sind (3 Vagabunden können erst morgen bzw. Übermorgen kommen), begrüßt uns Norbert mit den Worten: „Unser Hauptanliegen dieses Treffens ist, mit Freunden zusammen sein zu können.“ Er weist darauf hin, dass – corona-bedingt- diese Tage ohne externe Besichtigungsprogrammpunkte sein werden, im Vorder-grund stehen gemeinsame Radtouren in die Umgebung und Klönen im Freien, mit ent-sprechender Corona-social-distance. Sehr herzlich wird das Ehepaar Claudia und Rüdiger Schulz (RC Hannover Ballhof) willkommen geheißen. Nominell sind sie schon seit 2019 bei uns Vagabunden, sind aber das erste Mal mit ihrem (ganz neuen) Wohnmobil bei einer Ausfahrt dabei.

 

 Hitzige und kontroverse Gespräche führen wir. Welch ein Wunder bei dem Geschehen heutzutage: Corona, Trump, China, Schule, Mund- und Nasenmasken, es liegt genug Zündstoff in dem politischen Tagesgeschehen. Es muss noch angemerkt werden, die Ehepaare sitzen eng beieinander und von den anderen Personen im Abstand von eineinhalb Metern. Nach individuellem Abendessen im Mobil sitzen wir abends wieder draußen und plaudern weiter über Gott und die Welt. Zum Sonnenuntergang gab es für Interessierte noch einen Spaziergang zum Beobachtungsturm am Uchter Moor.

 

Mittwoch:  3.Juni 2020

 

 Knackige Brötchen stehen auf dem Frühstücktisch, die Ulrike schon für uns besorgt hat.

Um 10:00 h Abfahrt mit dem Rad durch die flache Landschaft. Sie bietet uns nicht nur den Anblick der Torfproduktion (es wird übrigens Torf von Uchte bis nach China transportiert), sondern auch die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produkte, wie Raps, Roggen, Weizen und natürlich Maisfelder im Überfluss. Die Kornblumen darf ich nicht vergessen mit ihrer unver-wechselbaren blauen Farbe, ebenso ein rotes Klatschmohnblütenfeld. Unser Ziel ist in 16km der „Tierpark Ströhen“. Mitten im Dreieck Hannover, Hamburg, Osnabrück begegnen uns wilde Tiere, unter anderem Kattas, Tapire, Servals, Geparden und Elefanten. Nach dem Rundgang sitzen wir draußen und pausieren bei Bratwurst und Pommes rot-weiß, da trotten langsamen Schrittes zwei tonnenschwere Elefanten an unserem Tisch vorbei. Sie waren weder angekettet noch mit Tauen verbunden. Ein Tierpfleger ging geruhsam neben den Tie-ren her. Na, ja, wenn die Tiere durch die Savanne laufen wirken sie nicht so mächtig. Die Elefanten kamen auf dem gleichen Weg zurück und der eine Elefant wollte mit Macht in einen Kiosk. Wahrscheinlich bekommt er dort sonst oft eine Süßigkeit.

 

Zurück am Platz relaxt ein jeder auf seine Weise. So lange, bis nachmittags Elfriede und Eva uns die in Uchte bestellte Pizza ans WoMo bringen.

 

Am Abend sitzen wir wieder alle unter dem Zeltdach zum offiziellen Vagabunden-Meeting (siehe Extra-Protokoll), es werden auch für die kommenden Tage Programmpunkte bespro-chen. Anschließend lauschen wir gespannt einem Openair-Lichtbild-Vortrag von Norbert. Er war mit Renate im Sommer 2019 auf den Alandinseln. Wer weiß, wo sie liegen? Genau, zwischen Schweden und Finnland liegt dieses schmucke finnische Archipel mit eigenstän-diger Verwaltung, wo kurioserweise hauptsächlich schwedisch gesprochen wird. Wer das dortige Erholungsleben, besonders das Genießen von Natur, Wasser, Wald und Wiesen, kennenlernen möchte, - es lohnt sich ein Besuch dieser Inselwelt. Danke, Norbert!!! Wun-derschöne - den meisten von uns unbekannte - Landschaften gibt es zu entdecken.

 

 

Donnerstag:  4.Juni 2020

 

Es regnet. Endlich, der Landwirt kann aufatmen. Ein fauler Vormittag für uns.

Ein kurzes Klopfen unterbricht unsere Lese-u. Schreibtüchtigkeit, Henning bringt uns die Präsenzkarten vorbei. Mittags hat der Regen nachgelassen.

 

Um die Mittagszeit wird auf dem Campingplatz der Parcours für das Boulespiel markiert. Ab 15:00 h haben wir dabei viel Spaß. Der Ober-Spielaufpasser und-leiter Uwe achtet darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Wir, die Weyels, werden verdächtigt, heimlich geübt zu haben! Nach dem Spiel gibt es Kaffee und Restkuchen. Vor dem Abendessen erinnert uns Henning mit einer Lichtbildpräsentation an unsere wunderbare Baltikum II-Reise von 2013 nach Lettland und Estland, mit traumhaften Bildern vom Midsommernachts-Himmel. Ulrich bereitet unterdessen draußen den Grill vor. Wir genießen Bratwurst, Steaks, Hühnerfleisch, Kartoffelsalat und Feld-Wald- u. Wiesensalat und sitzen noch lange zusammen – und ver-gessen dabei die kleinen gemeinen Kriebelmücken!

 

 

Freitag:  5.Juni 2020

 

Wieder können wir in aller Ruhe ein ausgiebiges Frühstück zu uns nehmen. Wir haben alle Zeit der Welt, denn bis zu unserer Abfahrt um 12:15 h zum Spargelessen genießen wir das Platzkonzert von Uwe auf seinem Akkordeon: ein musikalischer Hochgenuss!

Per Rad treffen nach 8,5km wir um ca. 13:00 h im „Hof Frien“ in Höfen ein. Hier wird uns Spargel mit Rührei und Schinken satt serviert. Keiner steigt mit hungrigem Magen wieder aufs Rad und ab geht es – bei plötzlich dunkelgrauen Himmel - zurück zum Moorcamp. Alle sind dort noch trocken angelangt.

 

Genau um 15:45 h beginnt der lang ersehnte Landregen mit der Bewässerung des Bodens. Gegen Abend hat sich der Regen wieder verzogen, nun zeigt der Kettensägenschnitzer Holger seine Kunst, die uns erstaunen lässt. Aus einem dicken Baumstamm zaubert er mit drei unterschiedlichen Stihl-Kettensägen 2 Eulen, die Vögel der Weisheit. Binnen kürzester Zeit entstehen die Vogelwesen, wie aus dem Baumstamm geboren. Abends genießen wir draußen noch den Mosel-Riesling, den uns Christiane und Michael Kluck von der Mosel mitgebracht haben.

 

 

Samstag:  6.Juni 2020

 

Gemütlichkeit und Ausruhen gehören auch zu unserem Treffen. Nach dem Frühstück fahren Klaus und ich noch einmal schnell nach Uchte. Hin und zurück 18 km.

 

Um 14:00 h üben wir uns wieder im Boule-Spiel. Um 15:00 h gibt es Kaffee und eine von Elfriede und Eva gezauberte Erdbeertorte.

 

Um 16:00 h wird für uns vom (in Warmsen ansässigen) rotarischen Freund Günter Strohbach (auch vom RC Stolzenau) eine flotte und interessante Kutschfahrt angeboten. In kleiner Besetzung dürfen wir mit ihm durch die moorige Landschaft mit ihren kommerziell genutzten Torf-Abbau sausen. Danke, Günter!  Zum Abendessen genießen wir Salate und mundiges Grillfleisch.

 

 

 

Sonntag: 7.Juni 2020

 

Morgens um 9:30 h bringt jeder sein Frühstück mit zum Kuppelzelt. Ulrich brät Rührei mit Speck aus Franken von Andrea und Joachim. Wir alle lassen es uns schmecken.

 

Zum Abschluss spricht Norbert Dankesworte an Elfriede und Ulrich und überreicht als Geschenk der Vagabunden die vom Holzkünstler gestalteten Eulen. Inzwischen hat das Geschenk auch schon einen Standplatz neben dem Zelt gefunden. Er betont noch einmal die Zusammenkunft von Freunden als eine außerordentliche Gelegenheit, unterschiedliche Meinungen friedlich miteinander zu teilen.

 

Ich möchte, auch im Namen von Klaus, Danke sagen an Elfriede und Ulrich. Es sieht immer alles so leicht aus, wenn alles klappt. Vorne auf dem Kutschbock zu sitzen, war mir eine große Freude. Es hat mich eben sehr an meine Kindheit auf dem Bauernhof meines Onkels erinnert.

 

 hr wisst, irgendwann, irgendwo sehen wir uns wieder - sowieso.

 

Herzlichst Ingrid Weyel

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Recreational Vehicles Fellowship of Rotarians