RVFE-Fahrt Kloschwitz bei Halle(Saale)                       02.05 - 05.07.2020

Die Reise wurde organisiert von

Mechthild Hirsinger
Uwe Pfeiffer


 


Reisebericht (mit persönlichen Eindrücken) vom Sommertreffen der Rotarischen Vagabunden auf dem Campingplatz Saaletal in 06198 Kloschwitz vom 2.Juli bis 5.Juli 2020 aufgeschrieben von Ingrid Weyel

 

Mittwoch: 1.Juli 2020

 

Für uns ein Anreisetag mitten in der Woche. Uelzen, Gifhorn, Wolfsburg: Gegenden, die wir aus den 50iger Jahren noch kennen. Im Saaletal fahren wir eine Weile bergab und bergauf auf sehr schmalen und kurvenreichen Straßen, Ausweichstellen habe ich nicht gesehen! Also, Augen zu und durch. Nicht zuletzt mussten wir und der entgegen kommende Verkehr auf einer wirklich engen Straße solange warten, bis ca.300 Schafe um uns herum von dannen zogen. Auf dem Campingplatz angekommen, erwarten uns, wie gehabt, ein Schlagbaum, ein rotierender Platzwart und ein Platz mit einem Charme aus einer anderen Zeit. Der Wart erweist sich nach einer gewissen Zeit als ein brummig freundlicher Herr, aber sehr kompetent. Einige Vagabunden waren wie wir schon einen Tag früher angereist. Nur wenige Schritte vom Mobil entfernt kann man in der Saale schwimmen gehen. Mechthild tut sich dieses Vergnügen an, unter Aufsicht zweier Herren, am nächsten Tag auch Karl und Brigitte und auch Ingrid. Abends geht, wer will, noch ins kleine Restaurant am Platz. Der Himmel wird dunkler und dunkler und der düstere Himmel verabschiedet sich ohne Gewitter und Regen.

 

 

Donnerstag: 2.Juli 2020 

 

Ausschlafen ist angesagt. Nach dem Frühstück unternimmt jeder nach Lust und Laune Aktivitäten: im Liegestuhl, im Aufräumen oder in der Fortbewegung mit dem Fahrrad. Wir entscheiden uns für eine Radtour nach Friedenburg. Glatte Asphaltstraße - und das E-Bike läuft wie geschmiert. Entlang an kurzhalmigen Weizenfeldern, einige sind schon gemäht, weitläufigen Kartoffelfeldern und natürlich Mais im Überfluss. In Friedenburg, bei der abgebrannten Burg, begegnen wir Brigitte und Karl, die ebenfalls auf Sightseeing-Tour durch das Saaletal fahren wollten. Hier erfahren wir von ihnen, dass der Brand der Burg ein Versicherungsbetrug war. Die oder der Täter sitzen jetzt und „ruhen“ sich für eine lange Weile aus. Der Nachmittag verläuft für jeden anders. Es wird gelesen, natürlich im Schatten. Getränke fließen die Kehle herunter. Brigitte und Karl gehen schwimmen. Einige stehen - im gehörigen Abstand von 1,5m - im Kreis und tauschen Neuigkeiten aus. Es ist mal eine andere Form der Kommunikation. Natürlich wird jedes neu ankommende Vagabunden-Mobil herzlich begrüßt und ordnungsgemäß eingewiesen. Das Vergnügungszelt steht, Tische und Stühle warten auf die Vagabunden. Ja, die Kehlen lechzen nach einer bestimmten Flüssigkeit. Um 17:00h starten wir den Abend mit einem Sektempfang. Unser Vizepräsident Ulrich Nobbe (in Vertretung des Präsidenten Norbert Meik, der mit seiner Renate derzeit privat mit dem WoMo durch das warme Baltikum reist) begrüßt die angereisten Vagabunden, es haben alle die Anreise pünktlich geschafft. Ulrich lobt Mechthild und Uwe für die Wahl dieses idyllisch gelegenen Campingplatzes, das Programm der nächsten Tage verspricht uns viel Interessantes. Ulrich begrüßt zur Vagabundentaufe unsere neuen Freunde Heike und Rolf Lausecker (vom RC Stolzenau), er überreicht ihnen ein RVFE-Banner und Schilder und wünscht ihnen in diesem Kreise interessante Reisen und liebe neue Freunde. Heike und Rolf bedanken sich an den folgenden Abenden mit einem Umtrunk. Um 18:00h wird das Büfett eröffnet. Geräucherte Forelle aus der Zucht des Platzwartes, gegrilltes Fleisch, Kartoffelsalat, grüner Salat und viel Obst, beinahe zu üppig. Paul hat großzügiger Weise ein Fass Bier mit Zapfanlage gespendet. Geschmeckt hat alles sehr. Wolfgang spendiert uns allen noch einen Pflaumenschnaps. Gut, dass wir im Zelt sitzen, es regnet etwas. Aber die Stimmung ist gelungen. 

 

 

Freitag: 3.Juli 2020 

 

Um 8:50h Treffpunkt am Bus. Nasen-und Mundschutz sind im Bus Pflicht. Auf der Fahrt nach Sangerhausen sehen wir in der Landschaft kegelförmige hohe Resthalden. Wir erfahren, dass in dieser Gegend der Bergbau, also die Gewinnung des Mansfelder Kupferschiefers, vom Jahre 1200 bis zur Einstellung im Jahre 1990, eine wichtige wirtschaftliche Rolle spielte. Also, wohin mit dem Aushub der Schächte, hinein in die Landschaft. Um 9.50h treffen wir in Sangerhausen ein. Wir teilen uns in drei Gruppen auf und werden durch das Rosarium geführt. Hier wandern wir durch die größte Rosensammlung der Welt. Es empfängt uns ein einzigartiges Duft-und Farbenmeer aus Millionen Rosenblüten. Sachkundige Auskunft erfahren wir: z.B. wie veredelt und vermehrt man die „Rose der Schönheit“. Ein vorher bestelltes Essen für unsere Gruppe wird nach dem Rundgang eingenommen und ab geht es mit dem Bus zum nächsten Highlight, zum Fundort der Himmelsscheibe von Nebra im Jahr 1999, dem Museum „Arche Nebra“. Das Original der 32cm großen Scheibe ist nur im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Es gibt unendlich viel von der Scheibe zu berichten. Nur so viel: „Erlebnisse am Fundort“: seit 2007 ist der Fundort der Himmelsscheibe auf dem Mittelberg für Besucher erschlossen. Ein 30m hoher Aussichtsturm lädt zu Himmelsbeobachtungen ein. Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Brocken, der als Orientierungspunkt bei der astronomischen Deutung der Himmelsscheibe eine wichtige Rolle spielt.“ (Entnommen aus dem Prospekt des Burgenlandkreis über Nebra). Es ist schon erstaunlich was die Wissenschaftler aus längst vergangenen Zeiten plötzlich alles deuten und meinen zu wissen. Auf unserem Platz erwartet uns um 19:30h ein wirklich großartiger Musiker. Herr Uwe Steger, ein Freund von Uwe Pfeiffer und sein Akkordeonlehrer, spielt auf einem digitalen Akkordeon und auf einem Knopf Akkordeon nicht nur die üblichen Volksweisen, nein, Variationen aus bekannten Opern und natürlich den Säbeltanz und schmissigen Tango. Schade, dass die anwesenden Herren die Damen nicht zum Tango aufgefordert haben. Das wäre ein Mordsgaudi gewesen. 

 

 

Samstag: 4.Juli 2020 

 

Heute beginnt der Brötchenservice um 8.00h. Es folgt ein gemütliches Frühstück. Um 11:00h startet die Radtour zum Weingut Born in Höhnstedt (Gemeinde Salzatal), 88m über dem Saaletal, insgesamt hin und zurück 34km. 21 fahren mit dem Rad (bis auf einen nur Pedelecs) und der Rest fährt mit dem Taxi. Gruppenfahren kann sehr unterhaltsam sein. Ich fahre hinten und kann genüsslich die Radlertruppe beobachten. Da schert doch einer aus, um mit dem Ehepartner zu plauschen, wieder will ein Radler schnell in eine Lücke, um zwei Plätze weiter zu kommen. Von hinten wollen Autos an uns vorbei, dabei ruft einer, nicht zu zweit nebeneinander, es ist nicht erlaubt. Herr Oberlehrer ( wer immer damit gemeint ist ) schimpft: einige müssen noch Kolonne fahren lernen! Raser gibt es natürlich auch in der Gruppe, sie sind nur noch ein Punkt am Horizont. Sehr clevere Radler haben eine Ersatzbatterie und ab geht die Fahrt geschwinde. Reserveenergie ist ja vorhanden. Es gibt ungeahnte Möglichkeiten beim Radfahren etwas falsch zu machen. Ich natürlich nicht. Ich fahre gefahrlos hinterher!!! Auf gefährlichen Kreuzungen steht Karl wie ein gelb gekleideter Zinnsoldat und lässt kein Auto vorbei. Wir können gefahrlos die Kreuzung überqueren. Dank an Dich, lieber Karl, dieses sollte Schule machen. Im Weingut Born angekommen werden verschiedene Saale-Unstrut-Weine verköstigt. Dazu gibt es Flammkuchen satt. Langsam beginnt sich der Himmel zu bewölken. Rauf auf die Räder und die Rückfahrt geht sowieso immer schneller. An einer Strecke geht es steil bergab. Paul fährt ca. 55 km/h, ich nur 35 km/h. Ich bin ja so vernünftig, sofort wird die Rücktrittbremse benutzt und ich fahre sicherer. Abends beim Grill liegt doch Ulrich fast in der glühenden Asche. Sein Südstaatlerhut (USA) fing Gott sei Dank kein Feuer, als die Flammen züngelten, außerdem schützte der Hut ihn vor dem beginnenden Regen. Ulrich, was hast Du bloß für eine großartige Aufgabe übernommen, uns mit Steaks, Putenfleisch und Bratwurst satt zu bekommen. In der Hitze und dem Regen hast Du alles bravourös gemeistert. Lieber Ulrich, wenn wir Dich nicht gehabt hätten, wir hätten alle hungrig ins Bett gemusst. Um 20:00h leitet uns der Vizepräsident durch das Vagabunden-Meeting zum Saaletaltreffen (siehe hierzu das gesonderte Protokoll des 1.Sekretärs im internen Teil der RVFE-Webseite). Der Abend klingt aus, ohne Schaden an Körper, Geist und Seele. 

 

 

Sonntag: 5.Juli 2020 

 

Gemeinsames leckeres Frühstück im Zelt. Es ist ein umfangreiches Büfett im Zeichen der Corona Zeit mit Thüringer Wurstspezialitäten. Und es beginnt wieder mit der Frage, wer hat meinen Stuhl genommen, wer hat mein Tellerchen verrückt, wer grapscht schnell zwischen die Esswaren und stellt sich nicht an ( das war ich ) usw. Nach dem Frühstück heißt es Abschiednehmen bis zum nächsten Wiedersehen, nun starten unsere WoMos wieder in alle Himmelsrichtungen. 

 

Wir hoffen, alle haben eine Gute Reise. Wir haben uns alle vorbildlich benommen. So jung und gesund wollen wir wieder zusammen kommen. Von jedem Treffen nehmen Klaus und ich lustige Geschehnisse mit. Zu Hause heißt es dann beim Betrachten der Bilder, weißt Du noch, und schon muss ich wieder lachen. 

 

So glaubt mir doch, ich lache über die Situationen und nicht über die Menschen. Ich bin nun mal ein Fan des englischen Humors. 

 

In diesem Sinne, ein lieber Gruß von 

Klaus und Ingrid Weyel

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Recreational Vehicles Fellowship of Rotarians