Tourbericht

Reise der RVFE-Vagabunden nach Westpolen vom 25. – 30. 4. 07

Teilnehmer die Freunde und Ehepartner: Ahrens (RC Dortm.-Westerntor), Dahm (RC Winsen), Fillbach (RC Hamburg-Haake), Hohenstein (RC Heide), Meik (RC Schleswig), Meiners (RC Bremerhaven),  Nielsky (RC Schloß Gottorf), Nobbe (RC Stolzenau), Schulz (RC Winsen), Siegel (RC Husum), Swoboda (RC Telgte), Tang (RC Kiel) und, noch als Gäste, Freund Weyel und Frau (RC Winsen), die sich im Anschluss an die Reise um die Aufnahme beworben haben.

Besonders zu benennen sind auch als Mitfahrer die Hunde „Socke“, „Iska“ und „N.N“, die trotz gelegentlicher Mückenplage die Fahrt tapfer überstanden haben.

Organisator: Präsident Freund Schulz

Ablauf:  Am Nachmittag und Abend des 25.4. sammelten sich die Teilnehmer auf dem Country Campingplatz Tiefensee, nordöstlich von Berlin. Bei einem gemeinsamen Abendessen wurden die Kontakte zwischen allen Mitfahrern vertieft oder neue gewonnen. Im offiziellen Teil begrüßte der Präsident neue Freunde in der Fellowship. Der Bericht des Schatzmeisters informierte über die zufrieden stellende Kassenlage und die positive Akzeptanz der  Zahlungsmodalitäten. Freund Dahm meldete sein Selbstbau Pocket-Mobil unter dem Namen „Orca iucunda“ in der Fellowship an.
Nach der Einweisung der Reisegruppen, jeweils drei bis vier Fahrzeuge, ging es dann am nächsten Morgen über die Bundesgrenze bei Frankfurt /Oder nach Polen. Auf der Personenwagenspur wurde die Grenze relativ zügig passiert. Für viele bot die Strasse nach Posen mit tiefen Spurrillen und häufigen Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie heftigem LKW-Verkehr überraschend neue Erfahrungen. Ein erster Zwischenstopp bei Moski erlaubte alle Gruppen wieder zu sammeln und Geld zu tauschen. Das Tagesziel, ein Stellplatz bei einem Deutsch-Polen im naturschönen Dörfchen Lutol Mokry, wurde am frühen Nachmittag erreicht.
Am Abend kam sich die gesamte Reisegruppe bei Grill, Musik und reichlich Piwo (polnisch:Bier) weiter persönlich näher. Eine Reihe von Freunden schwangen sogar das Tanzbein oder wurden laut singend beobachtet. Schliesslich waren sowohl die Geburtstage der Gastgebertochter sowie , am nächsten Morgen, der von Freund Meik zu feiern.
Am nächsten Morgen brach die Reisegruppe in bereits bewährter Kleingruppengliederung nach Süden auf. Trotz schwieriger Einfädelung in nicht verkehrsgeregelte Strassen erreichten alle Freunde gegen Mittag nach der Durchquerung des Odertals Zielona Gora ( ehemals Grünberg) in Niederschlesien. Im Zentrum für modernen Fünfkampf in Racula waren annehmbare Stellplätze organisiert. Eine Abordnung des örtlichen Rotaryclubs wurde begrüsst und das von ihnen organisierte Programm für den Nachmittag vorgestellt. Nach Transport mit Taxen ins Stadtzentrum besichtigten wir das Stadtmuseum mit seinen Erinnerungen an den schlesischen Weinbau (Grünberg hat zeitweise über 200 Winzern Heimat und Auskommen geboten) und liessen uns bei einer Stadtführung von zwei schönen alten Kirchen und der historischen Innenstadt beeindrucken.
Am Abend feierten wir dann mit allen offiziellen Vertretern des Rotaryclubs Zielona Gora und einem Teil der Mitglieder ein wahrhaft völkerverbindendes Meeting, das zu der spontanen Aufnahme des ersten polnischen Mitglieds, unseres Freundes Wasiak, in die Fellowship führte. Unsere polnischen Freunde verabschiedeten uns am nächsten Morgen mit einem phantastisch arrangierten Tatarenschmaus, angeliefert in einem Oldtimerauto, auf die Weiterfahrt.
Der dritte Fahrttag stand unter der ernsteren Thematik der deutsch-polnischen Vergangenheit. Nach einer Fahrt von Zielona Gora nach Norden wurde am frühen Vormittag zunächst Kalawa erreicht. Dort finden sich Überreste einer deutschen Grenzbefestigung, die, bereits in den zwanziger Jahren geplant, zwischen Warthe und Oder den Angriff östlicher Armeen aufhalten sollte. Die Dimensionen der Anlage sind gewaltig, Befestigungswerke und Tunnel , die in dreißig Meter Tiefe über 70 km Länge die Verbindung zwischen beiden Flusstälern herstellen. Genutzt hat die Anlage nur in soweit , dass sie 1945 den Angriff der zweite Welle der Roten Armee drei Tage verzögern konnte. Heute bewohnen die Höhlen nur noch Geschwader von Fledermäusen. (Wer sich interessiert: Frd. PDG Fillbach verweist auf Internet (google, Ostwall, Bunker) mit umfassenden Informationen).
Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichten wir den Campingplatz Glibucki am See bei Miedzyrzecz (früher: Meseritz). Leider war wegen des schönen Wetters und einiger aufeinanderfolgender freier Tage der Platz bereits reichlich belegt, sodass nicht alle den erwünschten Platz am See finden konnten. Wir machten das Beste daraus und feierten mit dem Direktor des Krankenhaus in M., in dem 
eine durch ein Rotary Matching Grant finanzierte Röntgenanlage arbeitet, bis in die Nacht hinein.

Am vierten Fahrttag stand ebenfalls die deutsche Vergangenheit im Programm. Ein Besuch in der psychiatrischen Klinik Obrawalde, in der im dritten Reich im Rahmen des Euthanasieprogramms tausende deutsche Mitbürger ihr Leben verloren haben, eröffnete erneut einen Schaudern hervorrufenden Blick in die Abgründe eines verblendeten 
politisch-ideologischen Systems. Die im Rahmen der Begegnung mit Vertretern des Krankenhauses vorgestellten  Ergebnisse der historischen Untersuchungen von Freund Nielsky und seiner Frau über Verschickungen von Schleswig nach Obrawalde wurden von den leitenden Vertretern des Krankenhauses mit Genugtuung zur Kenntnis genommen und für das Archiv des örtlichen Museums übernommen. 
Präsident Schulz ergänzte das durch die Übergabe  eines Schriftwechsel des ehemaligen Polizeichefs von Meseritz, der in der sogenannten Reichskristallnacht das Anzünden der Synagoge verhindert hatte. Beigefügt war der Schriftwechsel mit der Columbia-Universität in den USA sowie ein dokumentierendes Foto.

Rotary hat auch hier seine Verpflichtung zur Linderung menschlicher Not Ernst genommen und durch eine Reihe von Hilfslieferungen, (elf Lkw-Ladungen) organisiert vom RC Winsen, die Lage der heute hier untergebrachten Kranken erträglicher gemacht. 

Nach einer ausführlichen Besichtigung der Klinik, von hzwei Stationen, der Gedenkstätte für die 10.000 bis 12.000 Opfern und einem Besuch im kleinen Museum fuhren wir auf die Campinganlage Sulicin, wo man sich zum Grillen und einem anschließenden Lagerfeuer zusammen-fand. Es war der Abschluss einer rundum gelungenen Gemein-schaftsfahrt. Einige Unentwegte besuchten  am Montag das Schloss Lagow. Dann gings heimwärts – zum Glück ohne Pannen....
Fazit:  Die Vagabunden-Gemeinschaft steht, ist zusammen-gewachsen.  Im besten Sinne rotarisch.

Tipp:  Die nächsten Termine für unsere Treffen rechtzeitig einplanen.
Bremerhafen vom 26.-28.10. 07;  regionales Adventstreffen (voraus-
sichtlich 7.-9.12.; 2. Advent) in Schleswig-Holstein, sowie Ostern 08 
in Dortmund. Details folgen jeweils rechtzeitig.

Protokoll: Erdmann Dahm und Jürgen A. Schulz

 

 

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