Tourbericht

Tourbericht Pilsen vom 9.7. -12.7. 2015

Donnerstag, 9.7. Bis 18:00h war Eintreffen der Teilnehmer am Campingplatz Ostende, einer idyllisch am Ufer eines kleinen Sees gelegenen Örtlichkeit unweit der Stadt. 23 Vagabundinnen und Vagabunden sowie die Hunde Ronja und Oskar waren dem Aufruf zu dieser Reise gefolgt. Sie wurden vom Präsidenten, der dies Mal selbst die Organisation einer Reise in die Hand genommen hatte, freundlich im Campingplatzrestaurant bei einem Getränk begrüßt. 
Der Präsident und besonders seine Frau berichteten in ihren Einführungsworten dann von den Schwierigkeiten, welche die Umsetzung der Programmplanung gemacht habe. Aber, "alles wird gut" ,vor allem durch den Einsatz tschechischer Rotarier, hier besonders zu nennen der Freund PDG Dobra Zemann, sei die Realisierung doch geglückt. Nach näherer Erläuterung, was uns die nächsten zwei Tage erwartete, wurde der Startschuss zum Grillessen gegeben. Ausreichend markiert, um uns von anderen Gästen des gut besuchten Platzes abzuheben, durften wir uns dann den Fleischtöpfen Böhmens widmen. Um etwaigen Magenbeschwerden vorzubeugen, verordnete der Präsident anschließend ein Glas "Becherovka". Dem Vernehmen nach soll es bei allen die erwünschte Wirkung gehabt haben.

 

Freitag, 10.7. Heute ging es früh heraus. Nachdem Magen und Wagen versorgt waren, holte uns um 08:30h ein Bus am Campingplatzeingang ab. Die Fahrt ging zunächst ins Stadtzentrum, auf den Platz der Republik. Dort machten wir Bekanntschaft mit PDG Dobra Zemann, einem rotarischen Urgestein Pilsens. Er hatte es sich nicht nehmen lassen trotz seines hohen Alters uns persönlich durch seine Stadt zu führen. Sehr begünstigt wurde dies dadurch, das eine Audioanlage für jeden zur Verfügung gestellt wurde, so dass jeder den ausführlichen Erläuterungen unseres Führers in bemerkenswert gutem Deutsch jederzeit folgen konnte. 
So besichtigten wir dann zunächst die hochgotische Stadtkirche und warfen einen Blick in das Rathaus mit seinem Stadtmodell, das die Orientierung in der fremden Umgebung sehr erleichterte. Wir gingen dann in das Franziskanerkloster und sein Diözesanmuseum, in dem wahre Schätze kirchlicher Kunst präsentiert werden. Der anschließende Weg führte dann durch die Wallanlagen, vorbei am Denkmal für einen berühmten Sohn Pilsens, den Erfinder der elektrischen Bogenlampe. Im Stadtmuseum konnten wir ein funktionstüchtiges Exemplar dieses Leuchtkörpers bewundern. Weiter durch die Anlagen und am Stadttheater vorbei sahen wir dann die alte und die neue Synagoge, die ein Zeugnis für die Bedeutung jüdischen Lebens in dieser Stadt waren, bis die Gemeinde unter der deutschen Okkupation ausgelöscht wurde. 
In einem dem bauernschlauen Soldaten Schweijk gewidmeten typischen böhmischen Restaurant genossen wir unser Mittagessen. 
Nach einer Verdauungsphase auf dem Campingplatz stand um 15:45 der Bus wieder bereit für eine Besichtigung in der weltberühmten Pilsener Urquellbrauerei. Wer an der Hamburg-Tour teilgenommen hat, wird in Grönwohld mehr über die Kunst des Bierbrauens erfahren haben, aber nichts desto trotz beeindruckte die Größenordnung, in der hier der Gerstensaft hergestellt und in alle Welt vertrieben wird. Wirklich tief beeindruckend war jedoch der Weg in die Unterwelt unterhalb der Brauerei. Insgesamt 9 km Stollen haben die Brauer hier ausgraben lassen, um in den Zeiten, als die Elektrokühlung noch nicht erfunden war, ausreichend Stauraum für ihre Produkte zu haben. In einem von ihnen verbrachten wir bei Bier bis zum Abwinken und kleinen Häppchen unseren Abend. Ein Lifeband aus drei sehr guten Musikern ließ mit traditioneller Musik und historischen Instrumenten Superstimmung aufkommen. 
Dennoch blieb auch an diesem vergnüglichen Abend im Untergrund Pilsens der Ernst des Lebens nicht an der Oberfläche. Der Präsident nutzte die Tatsache, dass alle so schön eng zusammen saßen, zu einer satzungsgemäßen Mitgliederversammlung. (Der Sekretär wird gebeten ,die rotarischen Teilnehmer nachträglich mit Teilnahmebescheinigungen auszustatten). Dabei informierte er über den kürzlich stattgefundenen Ämterwechsel im Vorstand (außer dem Wechsel im Kassenwartamt vom Freund Barschdorf zum Freund Weyel nichts Neues). Es folgten Informationen über geplante Reisen der Vagabunden. Der Präsident nutzte ferner die Gelegenheit, sich bei unseren tschechischen Freunden zu bedanken und ihnen die Möglichkeit zu bieten, den RC Pilsen und die Entwicklung Rotarys in Tschechien vorzustellen. Mit einer großzügigen persönlichen Spende unterstützte er die sozialen Aktivitäten des Clubs.

 

Samstag, 11.7. Auch heute war keine Zeit für Langschläfer. Um 09:00h brachte uns ein Bus, wieder in Begleitung unseres bewährten Cicerone PDG Zemann, in die Umgebung Pilsens und damit in die jüngere und ältere Geschichte Tschechiens. Auf dem Weg warfen wir einen Blick in den Kaolintagebau, der Grundlage für die Keramikindustrie Tschechiens ist. 
Dann aber brachte uns der Bus nach Marianske Tynice. Ursprünglich ein Zisterzienserkloster, hatte der stilreine Barockbau des italienischen Architekten Santini eine wechselvolle Geschichte. Nach etwa 100 Jahren kirchlicher Nutzung fiel er zusammen mit anderem Kirchenbesitz an das Haus Metternich. Die wussten nichts Rechtes damit anzufangen, sondern benutzten den Sakralbau als Lagerhaus und Dienerwohnung. Leider verfiel er Lauf der jetzt folgenden unruhigen Zeiten immer mehr. Erst nach der Wende brachte die Unterstützung durch die EU dann die Wiedergeburt. Heute ist der formschöne Bau Tagungs- und Konzertaufführungsstätte und enthält auch ein liebevoll zusammengestelltes kleines Heimatmuseum. 
Unser gemeinsames Mittagessen nahmen wir in einem gemütlichen böhmischen Lokal in der kleinen Stadt Kralovice ein. 
Von dort brachte uns der Bus nach Plazy, dem übergeordneten Kloster der Landschaft. Auch hier der gleiche historische Weg: von einer ehemals mächtigen Zisterzienserabtei in die Hände eines für die Donaumonarchie bedeutsamen Adelsgeschlechts. Im Gegensatz zu dem zuerst besuchten Ort haben sie hier allerdings in den Erhalt des mächtigen Kolleggebäudes investiert und sich außerdem standesgemäßen Wohnsitz und Geschlechtsgrablege gebaut. Obwohl heute äußerlich durchaus renovierungsbedürftig, ist der Kollegbau doch innerlich schon ganz gut wieder hergerichtet, wie wir bei einer Führung feststellen konnten. Einen krönenden Abschluss des Besuchs bildete ein kleines Orgelkonzert in der historischen Abteikirche. Nach diesem interessanten Tag in der Geschichte Tschechiens wurde auf dem Heimweg noch ein Mal ein Stopp in der Pilsener Urquellbrauerei eingelegt. Reich versehen mit entsprechenden Getränkevorräten fuhren wir dann klirrend zum Campingplatz weiter. Den Ausklang des Tages bildete eine große Teilnehmerrunde vor Norbert Meiks Wohnmobil. Er hat für viele gesprochen, als er anregte, den Weg des Präsidenten mitzugehen und seine Spende für die sozialen Projekte des RC Pilsen durch eine individuelle Spende der Teilnehmer zu ergänzen.



Sonntag 12.7. Auch hierbei kam eine ansehnliche Summe zusammen, die wir dann am nächsten Morgen nach gemeinsamem Frühstück und Verabschiedung von unseren Gastgebern übergeben konnten. Rüdiger und besonders Chrissy unser aller Dank für diese unterhaltsame und lehrreiche Reise in dies doch den Meisten bis dahin fremde Nachbarland!

Neben dem nächsten Treffen der Vagabunden in Freiburg wurde ein neues Reiseprojekt für 2016 bekanntgegeben. Paul Brose wird uns vom 8. -12. 6.2016 (Termin noch vorläufig) seine Heimat Ostfriesland mit Schwerpunkt um die Stadt Norden näherbringen.

 

 

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